Bin ich ein "Sensibelchen"?
Die Erschöpfung entsteht nicht unbedingt dort, wo du sie vermutest
Viele Unternehmer:innen versuchen dann, ihr Leben noch besser zu organisieren.
Sie suchen bessere Systeme.
Bessere Routinen.
Bessere Zeitplanung.
Mehr Disziplin.
Mehr Sport.
Mehr Rückzug.
Mehr Selbstoptimierung.
Das kann sinnvoll sein.
Aber es löst nicht das eigentliche Problem.
Denn wenn dein System permanent mehr verarbeiten muss, als es in der Lage ist, reicht es nicht, nur den Kalender zu optimieren.
Dann lohnt sich eine andere Frage:
Was genau kostet mich eigentlich so viel Energie?
Ist es wirklich die Arbeit?
Oder ist es die permanente Anpassung?
Ist es wirklich mein Unternehmen?
Oder sind es die Beziehungen darin?
Ist es wirklich die Verantwortung?
Oder die Tatsache, dass ich Verantwortung automatisch übernehme?
Ist es wirklich meine Sensibilität?
Oder habe ich nie gelernt, mit dieser Sensibilität so umzugehen, dass sie mich nicht permanent überfordert?
Vielleicht bist du nicht „zu sensibel“
Viele meiner Klient:innen kennen diesen Satz sehr gut:
„Ich bin einfach zu sensibel.“
Oder:
„Ich nehme mir alles zu sehr zu Herzen.“
„Ich denke zu viel.“
„Ich kann nicht abschalten.“
„Ich müsste einfach härter werden.“
Aber vielleicht ist das nicht die richtige Beschreibung.
Vielleicht nimmst du tatsächlich mehr wahr.
Vielleicht verarbeitest du Informationen anders.
Vielleicht reagiert dein Nervensystem schneller oder intensiver.
Vielleicht erkennst du Muster, Zusammenhänge und Spannungen,
die andere gar nicht bemerken.
Das kann eine enorme Stärke sein.
Im Business.
In Beziehungen.
In Führung.
Bei Entscheidungen.
Aber eine Stärke wird anstrengend, wenn du sie nicht steuern kannst, weil Du nicht verstehst, wie sie funktioniert.

Dann wird aus Wahrnehmungsfähigkeit Überforderung.
Aus Verantwortungsbewusstsein wird Überverantwortung.
Aus Empathie wird Selbstverlust.
Und aus Anpassungsfähigkeit wird irgendwann Erschöpfung.Wenn du verstehst, warum bestimmte Situationen dich unverhältnismäßig viel Kraft kosten, musst du dich nicht mehr ständig dafür verurteilen.
Wenn du erkennst, welche Muster hinter deinem Verhalten liegen, kannst du beginnen, sie zu verändern.
Und wenn du verstehst, was dein Nervensystem braucht, musst du nicht mehr permanent gegen dich selbst arbeiten.
Vielleicht ist die wichtigere Frage deshalb nicht:
„Was stimmt nicht mit mir?“
Sondern:
Was habe ich bisher über mich nicht verstanden?
Denn vielleicht bist du nicht zu empfindlich.
Vielleicht bist du nicht zu kompliziert.
Vielleicht bist du nicht zu anspruchsvoll.
Vielleicht bist du auch nicht schlecht darin, abzuschalten.
Vielleicht hast du nur sehr lange versucht, in einem System zu funktionieren, das nicht für deine Art zu denken, zu fühlen und wahrzunehmen gemacht ist.
Und wenn du gleichzeitig erfolgreich, empathisch, hochsensibel, hochbegabt oder neurodivergent bist, kann genau diese Anpassungsleistung lange unsichtbar bleiben.
Bis dein Körper irgendwann sagt:
So nicht mehr.
Dann geht es nicht darum, dich noch besser zu optimieren.
Sondern darum, dich endlich zu verstehen.
Denn Klarheit darüber,
warum du bist, wie du bist,
ist etwas anderes als Selbstoptimierung.
Sie ist die Grundlage dafür,
dein Leben, deine Beziehungen und dein Business
nicht länger gegen dich selbst zu führen.




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