Wie Bindung entsteht.
- 3. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Juni

Die Prägung durch die Phase von Schwangerschaft und Geburt, ebenso wie das Ankommen in dieser Welt und die ersten drei Jahre sind so unermesslich prägend in dem, wie wir auf die Welt zugehen und aus welchem Blickwinkel wir unser Leben sehen!!
Heute nenne ich es neuronales Bindungs-Muster. Das Muster, das zuerst zur Mutter, dann zu Mutter und Vater oder nahen Bezugspersonen aufgebaut wird, prägt entscheidend, wie wir später in Beziehung gehen. Wie viel vertrauen wir haben, wie viel Mut, wie viel Gelassenheit. Hier entscheidet sich schon, ob unser Leben von Anfang an ein Kampf war oder ob wir im Vertrauen aufwachsen konnten.
In meiner Arbeit dekodiere ich Bindungs-Muster und löse systemisch auf, was meine Klienten noch an einem freien Leben hindert. Denn das Leben ist ein Buch ohne Radiergummi. Alles, was war, wirkt.
Bindungsmuster
verstehen
Was hat Dein Bindungstyp mit Deiner Neurodivergenz zu tun?
Fast alles!
Bindung entsteht im Kleinkindalter. Genaugenommen schon im Mutterleib.
Fühlt sich der Embryo erwünscht, das Kind geliebt und emotional genährt, entsteht das Gefühl von Bindung. Wieviel Bezug empfindet es zu Mutter und zum Vater? Welche Bezugspersonen sind evtl. stellvertretend?
Ein Kind wächst heran, was eine natürliche Bindung empfinden möchte, doch es hat keinen Vergleich. Wenn es kleine oder größere traumatische Erlebnisse hat, ist die Bindung gestört. Das Vertrauen gebrochen. Zumindest dann, wenn niemand zum Trösten da war.
Und das ist die Voraussetzung für einen traumatisch erlebten Einschlag. Allein mit sich.
Diese Kinder werden oft sehr stark, aber sie vertrauen später kaum.
Wenn Dein Partenr:in also traumatisiert ist, kann es sein, dass Bindung schwer fällt.
Ein weiteres Beispiel: wenn dieses heranwachsende Kleinkind hochsensibel ist, ist die Schwelle des Erlebens eine andere. Das „window of tolerance“ sehr eng.
Wir können uns an dieser Stelle denken, dass ein autistisches Kind ganz anders diese Bindung „bewertet“ und empfindet und ein Hochsensibel und hochbegabtes Kind. Ein Kind kann. klare kognitive Erklärungen finden, aber emotional verkümmern. Auch hier entsteht dann ein Bindungskonzept, das von der Norm abweicht.
Ein Mensch, der in klaren famiiären Verhältnissen mit viel Verständnis aufgewachsen ist, hat vermutlich stabile Bindungsmuster, weil er/sie davon aus geht, dass beim anderen auch "alles klar" ist.
Bindungsmuster
bei Paaren
Jetzt gehören zu einer Beziehung immer zwei. Es bleibt also spannend , wer sich welchen Bindungstyp aussucht. Und hier beginnt meine Arbeit.
Ich treffe in den Paarberatungen immer wieder auf Kliente:innen, die den Bindungstyp heiraten, den sie von zu Hause am besten kennen. Wenn aber das zu Hause ein unsichererer Ort war, die Bindung nicht stabil oder vertrauensvoll war, dann gerät früher oder später die Ehe ins Wanken. Meistens dann, wenn die Kinder groß sind, denn dann enden die selbstverständlichen Aufgaben, die die emotionalen Lücken gefüllt haben.
Unsichere
Bindung
Wer als Kind unsichere Bindung erlebt hat, mit den Eltern oder einem Elternteil, nimmt das mit in das Erwachsenenleben. Oft wird in der Partnerschaft das Muster regelrecht gesucht, weil es ja so bekannt ist. Wir suchen dann unsichere Bindung im privaten oder auch im Job, ohne es zu merken.
Du kannst dem Chef nicht richtig trauen, bist verunsichert bei Bemerkungen aus dem Team oder suchst eine symbiotische Beziehung aus Misstrauen. All das kann mit deinem Bindungssystem zusammenhängen.
Wenn Beziehung dein Nervensystem nicht regulieren kann, hast Du es vermutlich schon als Kind so erlebt. Es ist wichtig sich das bewusst zu machen, damit Veränderung geschehen kann.
Erkennst Du Dein
Bindungsvorbild?




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